Mittagsposition : 28° 14.73' N 080° 29.98' W, Etmal: 12,2 sm.
Wir hatten uns auf ein gemütliches Aufbrechen verabredet. Ich nehme ab 8 Uhr meinen Anker auf. Sollte mit dem Reiter (25 kg Blei an einem großen Ring) bergen etwas nicht funktionieren, dann kommt mir einer der JOBBER zur Hilfe. Aber es klappt alles wunderbar. So kann ich signalisieren: Bin fertig zum! Die JOBBER hievt Anker, ich melde uns bei der Schleuse an und los geht es!
Mit uns gehen min. 2 Delfine und 2 Manatee durch die Schleuse. Ich bin total begeistert, das die genau wissen, wie man hier zum Atlantik wechselt! Leider habe ich es nicht geschafft, Fotos davon zu machen. Erst im äußeren Teil des Hafens war ich so weit.
Denn nach der Schleuse kommt die Brücke. Und klar – sie macht nur einen Flügel auf. Dankenswerter Weise den Nordteil. Da kann ich an Backbord außen stehend RE auf ca. 2 Fuß von der Mauer entlang steuern. Im Hafen fährt RE alleine und ich flitze rum, sammle die Fender und Leinen ein. Dann die Fender verstauen, den Anker hochseeklar machen und die Schoten klar legen. Nebenbei fahren wir an 2 Falcon9 erste Stufe vorbei. Und an einem neuen Landeschiff von Blue Origin. Die wollen Elon Musk mit seiner Falcon9 Konkurrenz machen. Aber der landet inzwischen ja wieder am Startplatz. Ist also schon wieder einen Schritt weiter!
In der Hafeneinfahrt dann Großsegel gesetzt, kaum auf Südkurs Fock dazu und – nein, Motor aus ist noch zu früh. Denn der Wind entspricht überhaupt nicht den Vorhersagen. Statt Ost kommt ein recht schwacher Nnordwest. Gut für Südkurs, aber zu schwach. Nach einer Zeit gebe ich auf. Das Schlagen der Segel geht aufs Material und mir auf die Nerven. Segel runter. Und eine halbe Stunde später dreht der Wind dann auf den vorhergesagten Ost. Segel wieder hoch. Lieber gleich in Reff 1, dann brauch ich nicht so viel aufpassen. Und das setzt sich dann den Tag über so fort: Fock setzen, bergen, setzen, reffen, ausreffen. Dazu dann sonnige Momente, Regen, grau und wieder von vorne!
Ab 15 Uhr beginne ich mit dem „Schlafen“: Anfangs kann ich noch mit 20 Minuten beginnen, dann klingelt der Wecker. Ein Blick rundum und noch viel wichtiger: Stimmen Kurs und bei den wechselnden Verhältnisse die Segel. Das wird dann in der Nacht schlechter: Je näher ich der Küste komme, desto kürzer werden die Intervalle. Bei ca. 5 kn Fahrt mache ich in 12 Minuten 1 Meile. Bei einem Abstand von ca. 2 Meilen zur Küste wäre ich dann schon nach 10 Minuten gefährlich nahe, wenn RE in die falsche Richtung läuft!