Glossar

Segel

Unter Segel versteht man dieses Wahnsinnsteil, das dem Wind die Energie klaut und viele Tonnen (bei uns so ca. 15) durch das Wasser treibt. 

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Groß-Segel

Fock, Genua

Fall

Schgot

Großbaum

Vorstag

Segel

Verkleinern der Segelfläche.
Damit nimmt die Kraft ab, die Gefahr einer Überlastung sinkt, die Geschwindigkeit aber auch...

Reff 1: Die erste „Stufe“ beim Verkleinern. Wir haben ein Leinenreff-System für das Gross-Segel. Auf einer Höhe von ca. 3 m sind vorne und hinten am Segel Umlenkpunkte, durch die ein Seil läuft, das bei uns im Steuerstand ankommt. Wenn man das Großfall losmacht und an dieser Leine zieht, dann gehen die unteren 3 Meter Segel auf den Großbaum und tragen nicht mehr zum Vortrieb und damit zum Widerstand bei. Da die Kräfte bekanntlich im Quadrat der Fläche abnimmt, schönen Gruß an Frau König!, werden die Kräfte bei Verkleinerung von 30% ca. 50% kleiner. Gleichzeitig nehmen die Kräfte im Quadrat der Geschwindigkeit (des Windes) zu. An Ende bleiben dann die gleichen Kräfte übrig und das Boot fährt immer noch seine Rumpfgeschwindigkeit.

Für die Fock haben wir einen Furler. Eine Dreheinrichtung mit der wir das Segel um die Vorstag-Stange aufdrehen. Zur einfacheren Bedienung haben wir eine eFurler. Also einen Elektromotor unten an der Stange, die das Drehen übernimmt. Da wird die Bequemlichkeit zur Sicherheit. Denn das kann auch Michele alleine machen. Und es geht schneller. So wird die Fock in kritischen Momenten einfach aufgedreht und macht damit keinen Ärger. [Link auf Bericht „Cartagena – Wedel“] Und ich habe nicht den Ansatz einer Ausrede, die Fock nicht schnell weg zu nehmen.

Reff 2: Reff 3

Die Gattin hat auf dem Schiff das Sagen. Während ER der "Skipper" ist, trägt SIE die Kappe "Admiral". Also SIE sagt, wohin es geht, ER darf die Navigation ausarbeiten, die Geräte programmieren, das Segel setzen. Dann mutiert SIE zum Wachhabenden und passt mit auf, dass das Schifflein richtig voran kommt.

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Induktionsherd

"Nie mehr Ohne" sagt jeder Smutje. 

Media Maritim

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Watermaker

Der Watermaker maked natürlich kein Water. Insofern ist das eine irreführende Bezeichnung.
Was er macht: Er filtert. Und somit ist das Haupt-Bauteil ein Filter. Und dieser Filter steht als Membran zwischem dem zufließenden Meeres-Salzwasser und dem dann rausfließenden Süßwasser. Da normalerweise das Süßwasser versucht, das Salzwasser zu "verdünnen", so will es halt die Physik, muss man einen kleinen Trick anwenden: Das Salzwasser wird unter hohen Druck gesetzt. Dann hat es das Bedürfnis, ein wenig Süßwasser durch die Membran los zu werden. Auch das ist wieder Physik und wird von den Eierköppen als "Umkehr-Osmose" bezeichnet.
So pumpen wir ca. 5 Liter Meereswasser pro Minute in das System und setzten es unter ca. 55 bar Druck. 1,5 Liter kommen dann als trinkbares Süßwasser aus dem entsprechenden Schlauch. Der Rest hat nun prozentual eine Menge mehr Salz und geht wieder außenbords.
Damit die Membran sauber bleibt, gibt es dann noch Vorfilter, die 90 Mikrometer- und dann 5 Mikrometer kleine Bestandteile auffangen. Und entsprechend zwei Pumpen, die Vorpumpe, die das Wasser erst mal ranschafft und durch die Vorfilter drückt. Und dann die Hochdruck-Pumpe, die bei uns eine Kärcher-Pumpe ist. Da ist die Ersatzteilbeschaffung nicht so teuer... Zudem gibt es noch den Druckregler, denn der Kärcher kann etwas mehr, als wir brauchen. Und einen Verteiler, denn anfangs ist das "Süßwasser" noch der Rest, der im System stand. Das soll weg. Und gereinigt werden muss das System mit Süßwasser auf der Salzwasserseite. Dazu gibt es einen extra Reinigungstank. Und wenn der voll ist, dann geht es in unseren Vorratstank.

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Pelikan-Haken

Schlicht eine Einrichtung zum einfachen Öffnen eines Drahtes.

Hier im geschlossenen Zustand mit rotem Bändsel zum Öffnen

 

Hier im (ARC-)gesicherten Zustand. Man sieht auch schön, dass der obere immer ein schwarzes Bändsel hat, dann folgen rot und gelb....

Leider pflegebedürftig, Fetten der beweglichen Teile und rostfrei halten sowieso.

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Rumpfgeschwindigkeit

Maximal mögliche Geschwindigkeit der Bauform. Es gibt bei Geschwindigkeiten über Rumpfgeschwindigkeit nur 2 Möglichkeiten: Raus aus dem Wasser (gleiten) oder Katastrophe. Wikipedia - Rumpfgeschwindigkeit

Unsere Rumpfgeschwindigkeit beträgt bei ca. 12,8 m Länge in der Wasserline ungefähr 8,6 kn.
Erreichen oder berichten wir von höheren Geschwindigkeiten, dann sind das Moment-Aufnahmen im Surf - die Welle runter. Oder im Extremen dann wirklich, dass die 15 Tonnen anfangen, sich auf das Wasser zu schieben...



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SSB

SSB oder voll ausgesprochen "Singele side band" ist die englischen Abkürzung für KW. Wem das immer noch nichts sagt, KW heißt "Kurzwelle". Und gemeint sind immer die dazugehörigen Geräte. Also eigentlich müsste man Funkgerät sagen.
Wir - Michèle auch - sind ja Amateurfunker (DM1CFM und DO1MND - man rate, wem welches Rufzeichen gehört!). Und wir haben ein entsprechendes Amateur- und Seefunkgerät an Bord. Das Wesentlichste für uns ist es, damit "das Wetter" zu bekommen. Bisher haben wir nur wenig "geschwatzt". Eigentlich nur, um zu sehen, dass wir auch das in Funktion bekommen. Dazu muss man nämlich ganz andere Einstellungen machen, als für "das Wetter". Dafür haben wir ein Paktor-Modem. Damit können wir "Datenfunk" machen, also ins Internet gehen. Aber das ist auch nicht ohne! An manchen Tagen haben wir Geschwindigkeiten von weniger als 100 Byte Pro MINUTE (!) erreicht. An Tagen mit 5000 oder gar 8000 Byte pro Minute bin ich super-happy!
Das begründet auch, warum ich auf See max. 50 kB Nachrichten empfange. Alles andere wird schon gleich auf meine "Land-E-Mail" umgeleitet.

Und für die ganz Interessierten:
Wir können von (quasi) 0 kHz bis 30 MHz empfangen und senden. Als Amateurfunker wissen wir natürlich auch, auf welchen Frequenzen wir das nicht tun....

Und zu guter Letzt noch einen oben drauf:
Ich habe noch zwei weitere Rufzeichen:
D-MCFM und
D-NCFF.
Das sind meine Flugzeuge. (Wir sind ja inzwischen mit 3 Fluggeräten an Bord ein richtiger Flugzeugträger!)



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DING

 



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Leesegel

Ein Stück Stoff, eine Plane, die über den Großteil der Länge der Koje [Link zu Glossar "Koje"] nach oben aufgespannt wird, so dass man nicht bei Schräglage des Bootes auf derselben herauskullert. Dabei wird die eine Seite der Plane unter der Matratze fest angebracht, die andere Seite hat eine Leine, die man vorne und hinten einpicken [Link zu Glossar "Einpicken"] kann. Das wird dann gemacht, wenn Seegang oder Schräglage erwartet wird.



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Seemännische Ausdrücke

Back: Zwei Bedeutungen: Tisch und Vorschiff
Man setzt sich zum Essen an die Back. Deshalb wird Essen auch "Backen und Banken" ausgerufen. Oder man geht zur / steht auf der Back. Das ist der entsprechende Teil auf dem Schiff, der sich vor den letzten richtigen Aufbauten befindet.

Koje: Bett. In der Regel sind Kojen an Bord etwas schmaler als an Land. Dann hat man schon mal eine Seite mit einer festen "Wand". Oft ist auf der Einstiegsseite ein etwas erhöhter Süll (Rand).

Purren: Wecken. Der besonders liebevolle und rücksichtnehmende Umgang von Seeleuten untereinander bringt es mit sich, dass das Wecken so vonstatten gehen muss, dass dieses liebevolle Miteinander schon da sichtbar wird. Andererseits muss auch sichergestellt werden, dass der zu Weckende sich nicht innerhalb weniger Sekunden nach Verlassen umdreht und weiterschläft. Dieses führt zu individuellen Routinen zwischen den beiden Beteiligten.
Das geht von einer vorsichtigen Berührung, die mit "ok, bin wach" quittiert wird bis hin zum nassen Lappen und dem Entfernen der Decke sowie des Einstellens eines auf das Gesicht gerichteten Varta-Volkssturm-Scheinwerfers.

Süll: Erhöhter Rand. Das kann von 2 bis 3 Zentimeter an der Back [Link zu Glossar "Back"] sein, damit die Teller nicht runterrutschen können bis zu mehreren Dezimeter hohen Abteilungen sein. Immer ist es eine mehr oder minder kleine senkrechte "Wand", die irgendwie ein Abrutschen verhindern soll.



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Großkreis

Da die Erdoberfläche nun mal nur auf einer Karte ein plattes, zweidimensionales Ding ist, muss man für die kürzeste Verbindung auf der Kugeloberfläche ein anderes Verfahren nehmen. Für kurze Entfernungen - so bis 100 Seemeilen - reicht es, auf der Karte eine Linie zu ziehen, den Winkel = Kurs zu entnehmen und los zu fahren.

Auf einer Kugel wäre das nicht der kürzeste Weg. Man erinnere sich nur, dass die Flugzeuge von Frankfurt nach New York über den Nordpol fliegen. Das ist nämlich viel kürzer. Hat man einen Globus zur Hand, dann kann man das einfach nachvollziehen. Man spanne einen Faden von Frankfurt nach New York und ziehe ihn so stramm wie möglich. Dann nimmt er automatisch den kürzesten Weg ein.

Der Mathematiker und der Nautiker sprechen das so aus: Kürzeste Verbindung auf der Erdoberfläche ist die Verbindung zweier Orte, die als Scheibe durch den Erdmittelpunkt geht. Also wenn man könnte: Man schneidet die Erde in zwei gleichgroße Hälften und auf der Schnittlinie liegen meine beiden Orte. Das - so stellt der Mathematiker sofort fest - sind die größtmöglichen Kreise rund um die Erde, die an keinem Punkt die Oberfläche nicht berühren. Deshalb nennt der Nautiker das Großkreise.



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