Glossar



Segel

Unter Segel versteht man dieses Wahnsinnsteil, das dem Wind die Energie klaut und viele Tonnen (bei uns so ca. 15) durch das Wasser treibt. 

Wikipedia

Zurück zum Beitrag


Groß-Segel; kurz: Groß

Fock, Genua

ParaSailor

Mein absolutes Lieblingssegel. Michèle sieht das anders. So nenne ich den Nachteil gleich: Das Ding kann nicht gerefft werden. Aber zwischen 5 und 20 Knoten Wind aus einer Richtung zwischen 85° Backbord über achteraus bis 85° Steuerbord zieht er uns flott durchs Wasser. Kommt der Wind nicht nur mal eben kurz über 20 Knoten, holen wir ihn runter. Der Seemann spricht von Segel bergen. Setzen des Segels ist nicht so ganz schnell erledigt. Zunächst kommen die Vorarbeiten: Winschkurbeln bereit legen, an Steuerbord die Persenning hochbinden. Dann werden die Niederholer verlegt. Durch ein paar Führungen bis zu einer Umlenkrolle ganz vorne am Bug. Die habe ich extra montiert, nachdem die ersten Erfahrungen gezeigt haben, dass der Bugkorb doch immer im Wege ist. Dann werden die Schoten nach vorne gelegt und im Zweifelsfall auch die Querholer bereit gelegt. Dann kommt der Para-Schlauch aus der Vorpiek und wird oben angeschoren an das Spi-Fall und der Snoozer, das speziell geformte Trichterteil wird am Mittelsteg fest gebunden. Dann kann er nicht abhauen...
Nun wird der Schlauch mit dem Segel drinnen hoch gezogen. Inzwischen haben wir auf dem Spi-Fall eine Markierung, dass Michèle weiß, wann der Kopf ganz oben angekommen ist. Vom Steuerstand ist das überhaupt nicht und vom Vordeck nur schwierig zu sehen.

Schoten, Niederholer und evtl. Querleinen anschlagen und durchsetzen. Dann geht der Snoozer hoch und der Para entfaltet sich. In der Mitte das entscheidende Detail: Hier ist eine Riesen-Öffnung und in der Öffnung ein kleiner Gleitschirm (Para!) eingebaut. Der hat den Vorteil, dass der Parasailor, anders als ein Spinnaker arbeitet. Der Para zieht das ganze Segel hoch. Und damit dann auch den Bug. Also: Je größer die Kraft, desto mehr zieht der Para den Bug auch mit hoch. Spinnaker ziehen den Bug runter. Und das verlangsamt und belastet. Aber auch ein zweiter Vorteil soll erwähnt werden: Fällt der ParaSailor mal zusammen, dann fängt an der offenen Seite der kleine Para in der Öffnung an, das Segel ganz langsam aufzublättern. Da muss man sich gar nicht drum kümmern. Macht er selbst. Und wenn das, weil der Wind gedreht hat, nicht schafft, dann muss man einfach die Schot auf der offenen Seite anziehen. Er erzählt einem also, wie man ihn bedienen muss. Und auch schön: Der ParaSailor liebt es zu fliegen. Also - hoch mit ihm. Und unten kann man dann gut drunter her schauen. Da steht nichts im Blickfeld.

Bergen ist recht einfach: Die Lee-Schot wird langsam gelöst und am Snoozer ist eine Leine, mit der man ihn runter ziehen kann. Sobald das Segel flattert, kommt er. Und so wird die Schot Stück für Stück los gegeben und der Snoozer entsprechend runter gezogen. Unten dann wieder gesichert und dann den gesamten Schlauch mit dem Spi-Fall runter lassen.



Zurück zum Beitrag


Fall: (Großfall, Fockfall)

Schot

Großbaum

Vorstag



Reffen

Verkleinern der Segelfläche.
Damit nimmt die Kraft ab, die Gefahr einer Überlastung sinkt, die Geschwindigkeit aber auch...

Reff 1: Die erste „Stufe“ beim Verkleinern. Wir haben ein Leinenreff-System für das Gross-Segel. Auf einer Höhe von ca. 3 m sind vorne und hinten am Segel Umlenkpunkte, durch die ein Seil läuft, das bei uns im Steuerstand ankommt. Wenn man das Großfall losmacht und an dieser Leine zieht, dann gehen die unteren 3 Meter Segel auf den Großbaum und tragen nicht mehr zum Vortrieb und damit zum Widerstand bei. Da die Kräfte bekanntlich im Quadrat der Fläche abnimmt, schönen Gruß an Frau König!, werden die Kräfte bei Verkleinerung von 30% ca. 50% kleiner. Gleichzeitig nehmen die Kräfte im Quadrat der Geschwindigkeit (des Windes) zu. An Ende bleiben dann die gleichen Kräfte übrig und das Boot fährt immer noch seine Rumpfgeschwindigkeit.

Für die Fock haben wir einen Furler. Eine Dreheinrichtung, mit der wir das Segel um die Vorstag-Stange aufdrehen. Zur einfacheren Bedienung haben wir eine eFurler. Also einen Elektromotor unten an der Stange, der das Drehen übernimmt. Da wird die Bequemlichkeit zur Sicherheit. Denn das kann auch Michele alleine machen. Und es geht schneller. So wird die Fock in kritischen Momenten einfach aufgedreht und macht damit keinen Ärger. [Link auf Bericht „Cartagena – Wedel“] Und ich habe nicht den Ansatz einer Ausrede, die Fock nicht schnell weg zu nehmen.

Reff 2 / Reff 3: Geht dann weiter wie bei Reff 1. Am Ende steht nur noch eine ganz kleine Fläche da. Wenn dann die Kräfte immer noch zu groß sind, sprich die Windstärke noch weiter steigt, dann bleibt nur noch Bergen des Segels.



Zurück zum Beitrag




Wenden, Halsen

Gegen den Wind ist noch keiner gesegelt! Also – wir schon gar nicht! Und wie Hans Albers schon gesungen hat: Der Wind kommt meistens schräg von vorn...(Songtext)
Wenn nun das Ziel genau da liegt, wo der Wind herkommt, dann muss man das „schräg“ anfahren. Tut man das, dann kommt irgendwann der Punkt, da fährt man vom Ziel nur noch weg. Dann muss man umdrehen. Und zwar so weit, dass nun der Wind uns wieder vorwärts treibt, aber immer noch ein wenig auf das Ziel zu. Dieses Hin und Her nennt der Segler: Kreuzen. Und immer, wenn er die Fahrtrichtung so ändert, dass der Wind von der anderen Seite kommt, dann muss er entweder „wenden“ oder „halsen“.

Beim „Wenden“ dreht man den Bug in den Wind – und hofft, dass der Schwung reicht, dass das Boot so weit dreht, dass der Wind von der anderen Seite kommt. Leider bremst so ein Katamaran wie die RE gerne. Und wenn dann noch Wellen gegen den Rumpf schlagen, dann verliert sie den Schwung schon, bevor der Wind von der anderen Seite kommt. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Der Bug zeigt schon fast in den Wind, das Boot beginnt rückwärts zu treiben. Nun schnell das Ruder auf die andere Seite, der Bug dreht dann durch den Wind und irgendwann fällt der Wind wieder so ins Segel, dass wieder Vorwärtsfahrt kommt. Oder die zweite Möglichkeit: Das Boot treibt nur noch zur Seite. Das mag RE wirklich gerne. Legt sich dann schön quer zum Wind. Gut – die Segel bringen dann wieder irgendwann Vorwärtsfahrt und es geht weiter. Nur: Wieder in die alte Richtung. Die Wende hat nicht geklappt. Dann entweder noch mal versuchen oder: Halsen.

Beim „Halsen“ macht man es genau anders herum: Man dreht das Boot vom Wind weg. Es wird schneller und irgendwann kommt der Wind genau von hinten. Dann fasst der Wind die Segel von der anderen Seite und schlägt sie rüber. Und genau hier liegt die Gefahr und Schwierigkeit der Halse: Bei mehr Wind – und da hat man die Schwierigkeiten mit der Wende – haut es insbesondere das Groß mit dem Großbaum auf die andere Seite. Das muss man nur einmal gehört haben, damit man weiß: Materialschonend ist das nicht. Das kann das ganze Schiffchen zerschlagen! Und ein weiterer Nachteil: Man fährt zwischendurch mit hoher Fahrt – weg vom Ziel! Unproduktiv!!

Wikipedia kann es natürlich viel besser erklären..

Zurück zum Beitrag




Gattin

Die Gattin hat auf dem Schiff das Sagen. Während ER der "Skipper" ist, trägt SIE die Kappe "Admiral". Also SIE sagt, wohin es geht, ER darf die Navigation ausarbeiten, die Geräte programmieren, das Segel setzen. Dann mutiert SIE zum Wachhabenden und passt mit auf, dass das Schifflein richtig voran kommt.

Wikipedia

Zurück zum Beitrag




Induktionsherd

"Nie mehr Ohne" sagt jeder Smutje. 

Media Maritim
Wir haben kein Gas mehr an Bord. Also brauchen wir uns auch nicht um Nachschub zu kümmern. Ein (nicht ganz) einfacher, handelsüblicher Induktionsherd leistet super Dienste. Die Solaranlage ist auch kräftig genug, um den Energiehunger des Teils zu stillen. Und die Batterie ist auch groß genug, das ohne Sonnenlicht zu machen. Nebenbei: Wenn man nicht gerade kocht, dann kann man, anders als bei einem Gas-Herd, die Fläche zum Abstellen nutzen. Sehr vorteilhaft!!

Zurück zum Beitrag




Watermaker

Der Watermaker maked natürlich kein Water. Insofern ist das eine irreführende Bezeichnung.
Was er macht: Er filtert. Und somit ist das Haupt-Bauteil ein Filter. Und dieser Filter steht als Membran zwischem dem zufließenden Meeres-Salzwasser und dem dann rausfließenden Süßwasser. Da normalerweise das Süßwasser versucht, das Salzwasser zu "verdünnen", so will es halt die Physik, muss man einen kleinen Trick anwenden: Das Salzwasser wird unter hohen Druck gesetzt. Dann hat es das Bedürfnis, ein wenig Süßwasser durch die Membran los zu werden. Auch das ist wieder Physik und wird von den Eierköppen als "Umkehr-Osmose" bezeichnet.
So pumpen wir ca. 5 Liter Meereswasser pro Minute in das System und setzten es unter ca. 55 bar Druck. 1,5 Liter kommen dann als trinkbares Süßwasser aus dem entsprechenden Schlauch. Der Rest hat nun prozentual eine Menge mehr Salz und geht wieder außenbords.
Damit die Membran sauber bleibt, gibt es dann noch Vorfilter, die 90 Mikrometer- und dann 5 Mikrometer kleine Bestandteile auffangen. Und entsprechend zwei Pumpen, die Vorpumpe, die das Wasser erst mal ranschafft und durch die Vorfilter drückt. Und dann die Hochdruck-Pumpe, die bei uns eine Kärcher-Pumpe ist. Da ist die Ersatzteilbeschaffung nicht so teuer... Zudem gibt es noch den Druckregler, denn der Kärcher kann etwas mehr, als wir brauchen. Und einen Verteiler, denn anfangs ist das "Süßwasser" noch der Rest, der im System stand. Das soll weg. Und gereinigt werden muss das System mit Süßwasser auf der Salzwasserseite. Dazu gibt es einen extra Reinigungstank. Und wenn der voll ist, dann geht es in unseren Vorratstank.

Zurück zum Beitrag




Pelikan-Haken

Schlicht eine Einrichtung zum einfachen Öffnen eines Drahtes.

Hier im geschlossenen Zustand mit rotem Bändsel zum Öffnen

 

Hier im (ARC-)gesicherten Zustand. Man sieht auch schön, dass der obere immer ein schwarzes Bändsel hat, dann folgen rot und gelb....

Leider pflegebedürftig, Fetten der beweglichen Teile und rostfrei halten sowieso.

Zurück zum Beitrag




Rumpfgeschwindigkeit

Maximal mögliche Geschwindigkeit der Bauform. Es gibt bei Geschwindigkeiten über Rumpfgeschwindigkeit nur 2 Möglichkeiten: Raus aus dem Wasser (gleiten) oder Katastrophe. Wikipedia - Rumpfgeschwindigkeit

Unsere Rumpfgeschwindigkeit beträgt bei ca. 12,8 m Länge in der Wasserline ungefähr 8,6 kn.
Erreichen oder berichten wir von höheren Geschwindigkeiten, dann sind das Moment-Aufnahmen im Surf - die Welle runter. Oder im Extremen dann wirklich, dass die 15 Tonnen anfangen, sich auf das Wasser zu schieben...



Zurück zum Beitrag




SSB

SSB oder voll ausgesprochen "Singele side band" ist die englischen Abkürzung für KW. Wem das immer noch nichts sagt, KW heißt "Kurzwelle". Und gemeint sind immer die dazugehörigen Geräte. Also eigentlich müsste man Funkgerät sagen.
Wir - Michèle auch - sind ja Amateurfunker (DM1CFM und DO1MND - man rate, wem welches Rufzeichen gehört!). Und wir haben ein entsprechendes Amateur- und Seefunkgerät an Bord. Das Wesentlichste für uns ist es, damit "das Wetter" zu bekommen. Bisher haben wir nur wenig "geschwatzt". Eigentlich nur, um zu sehen, dass wir auch das in Funktion bekommen. Dazu muss man nämlich ganz andere Einstellungen machen, als für "das Wetter". Dafür haben wir ein Paktor-Modem. Damit können wir "Datenfunk" machen, also ins Internet gehen. Aber das ist auch nicht ohne! An manchen Tagen haben wir Geschwindigkeiten von weniger als 100 Byte Pro MINUTE (!) erreicht. An Tagen mit 5000 oder gar 8000 Byte pro Minute bin ich super-happy!
Das begründet auch, warum ich auf See max. 50 kB Nachrichten empfange. Alles andere wird schon gleich auf meine "Land-E-Mail" umgeleitet.

Und für die ganz Interessierten:
Wir können von (quasi) 0 kHz bis 30 MHz empfangen und senden. Als Amateurfunker wissen wir natürlich auch, auf welchen Frequenzen wir das nicht tun....

Und zu guter Letzt noch einen oben drauf:
Ich habe noch zwei weitere Rufzeichen:
D-MCFM und
D-NCFF.
Das sind meine Flugzeuge. (Wir sind ja inzwischen mit 3 Fluggeräten an Bord ein richtiger Flugzeugträger!)



Zurück zum Beitrag




Leesegel

Ein Stück Stoff, eine Plane, die über den Großteil der Länge der Koje [Link zu Glossar "Koje"] nach oben aufgespannt wird, so dass man nicht bei Schräglage des Bootes auf derselben herauskullert. Dabei wird die eine Seite der Plane unter der Matratze fest angebracht, die andere Seite hat eine Leine, die man vorne und hinten einpicken [Link zu Glossar "Einpicken"] kann. Das wird dann gemacht, wenn Seegang oder Schräglage erwartet wird.



Zurück zum Beitrag




Seemännische Ausdrücke

Back: Zwei Bedeutungen: Tisch und Vorschiff
Man setzt sich zum Essen an die Back. Deshalb wird Essen auch "Backen und Banken" ausgerufen. Oder man geht zur / steht auf der Back. Das ist der entsprechende Teil auf dem Schiff, der sich vor den letzten richtigen Aufbauten befindet.

Koje: Bett. In der Regel sind Kojen an Bord etwas schmaler als an Land. Dann hat man schon mal eine Seite mit einer festen "Wand". Oft ist auf der Einstiegsseite ein etwas erhöhter Süll (Rand).

Purren: Wecken. Der besonders liebevolle und rücksichtnehmende Umgang von Seeleuten untereinander bringt es mit sich, dass das Wecken so vonstatten gehen muss, dass dieses liebevolle Miteinander schon da sichtbar wird. Andererseits muss auch sichergestellt werden, dass der zu Weckende sich nicht innerhalb weniger Sekunden nach Verlassen umdreht und weiterschläft. Dieses führt zu individuellen Routinen zwischen den beiden Beteiligten.
Das geht von einer vorsichtigen Berührung, die mit "ok, bin wach" quittiert wird bis hin zum nassen Lappen und dem Entfernen der Decke sowie des Einstellens eines auf das Gesicht gerichteten Varta-Volkssturm-Scheinwerfers.

Süll: Erhöhter Rand. Das kann von 2 bis 3 Zentimeter an der Back [Link zu Glossar "Back"] sein, damit die Teller nicht runterrutschen können bis zu mehreren Dezimeter hohen Abteilungen sein. Immer ist es eine mehr oder minder kleine senkrechte "Wand", die irgendwie ein Abrutschen verhindern soll.

Spulen: Nennt man das Abspülen des Oberdecks – meist mit Seewasser, am liebsten mit Süßwasser. Die höchste Form des „Spulens“ ist dann das „Kärchern“: Der Einsatz eines Hochdruck-Reinigers. Und es ist schon faszinierend, was das Oberdeck weiß ist. Das kommt dann plötzlich zum Vorschein, wenn der Dreck mit 60 oder mehr Bar abgespritzt wird. Oder anders herum: Was für ein Dreck auch in den entlegensten Gegenden dieser Welt in der Luft ist und der sich dann an Deck absetzt.



Zurück zum Beitrag




Großkreis

Da die Erdoberfläche nun mal nur auf einer Karte ein plattes, zweidimensionales Ding ist, muss man für die kürzeste Verbindung auf der Kugeloberfläche ein anderes Verfahren nehmen. Für kurze Entfernungen - so bis 100 Seemeilen - reicht es, auf der Karte eine Linie zu ziehen, den Winkel = Kurs zu entnehmen und los zu fahren.

Auf einer Kugel wäre das nicht der kürzeste Weg. Man erinnere sich nur, dass die Flugzeuge von Frankfurt nach New York über den Nordpol fliegen. Das ist nämlich viel kürzer. Hat man einen Globus zur Hand, dann kann man das einfach nachvollziehen. Man spanne einen Faden von Frankfurt nach New York und ziehe ihn so stramm wie möglich. Dann nimmt er automatisch den kürzesten Weg ein.

Der Mathematiker und der Nautiker sprechen das so aus: Kürzeste Verbindung auf der Erdoberfläche ist die Verbindung zweier Orte, die als Scheibe durch den Erdmittelpunkt geht. Also wenn man könnte: Man schneidet die Erde in zwei gleichgroße Hälften und auf der Schnittlinie liegen meine beiden Orte. Das - so stellt der Mathematiker sofort fest - sind die größtmöglichen Kreise rund um die Erde, die an keinem Punkt die Oberfläche nicht berühren. Deshalb nennt der Nautiker das Großkreise.

Zurück zum Beitrag




Wahre Windrichtung und -geschwindigkeit (TWA / TWS)

Wenn man an Land fest an einem Ort steht und den Wind misst, dann ist es ja ganz einfach:
Man schaut genau da hin, wo der Wind HERKOMMT und dann auf einen Kompass. Das ist die Windrichtung. Und da kommt er wirklich her. Der Engländer spricht von True Wind Angel = TWA. Und wenn man dann noch die Geschwindigkeit misst in Meter pro Sekunde m/s) oder Kilometer pro Stunde (km/h) oder gar in Seemeilen pro Stunde = Knoten (kn), dann weiß man auch die Windgeschwindigkeit. Der Engländer spricht von True Wind Speed = TWS.

Zurück zum Beitrag




Scheinbare Windrichtung und -geschwindigkeit (AWA / AWS)

Wir leben an Bord. Und so ein Boot bewegt sich. Treten wir nun raus und messen die Windgeschwindigkeit, dann messen wir die Differenz von der Geschwindigkeit des Bootes und der Wahren Windgeschwindigkeit. Und damit das Ganze nicht zu einfach wird: Das ganze wird vektoriell subtrahiert. (Das ist der Moment, wo bei Vielen im Mathe-Unterricht das große Fragezeichen kam…) Aber ein einfaches Beispiel: Wenn man bei Windstille (TWS = 0) mit dem Fahrrad 15 km/h fährt, dann scheint der Wind genau von vorne zu kommen. Und zwar auch wieder genau mit der Geschwindigkeit, mir der man fährt. Dann ist die AWS = 15 km/h – obwohl doch kein Wind weht! Noch drastischer wird es, wenn man das mit dem Auto macht. Aber da tränen dann die Augen, wenn man genau in den Wind schaut.
Und wenn nun Wind und Bootsgeschwindigkeit zusammen kommen, dann ist das nicht genau von vorne. Bis hin zum Extrem: Der Wahre Wind kommt genau von hinten. Und ich fahre genau so schnell wie der Wind. Dann SCHEINT bei mir an Bord gar kein Wind zu wehen. (TWS = Bootsgeschwindigkeit, AWS = 0.)
Als Merkregel heißt es:
Der Scheinbare Wind kommt immer weiter von vorne als der Wahre Wind. Und wenn ich mehr in Richtung Wind fahre, dann wird die Scheinbare Windgeschwindigkeit größer als die Wahre!
Wenn ich vor dem Wind (weg) fahre, dann ist die Scheinbare Windgeschwindigkeit kleiner als die Wahre!
Das Einzig wirklich Nette an dem Ganzen: Unsere Bordelektronik rechnet das alles alleine aus und so haben wir 4 Anzeigen: TWS und AWS, sowie TWA und AWA.

Zurück zum Beitrag




DING

INHALT



Zurück zum Beitrag


Kommentar schreiben

Kommentare bitte entsprechend der allgemeinen "Netiquette". Danke.
Kommentare von nicht registrierten Usern werden vom Moderator / Administrator frei gegeben und erscheinen erst mit Zeitverzögerung!

Sicherheitscode Aktualisieren

Senden