2026 08 09 Motor-Schiebung!

Mittagsposition: 48° 56.70 N, 015° 22.27 W, Etmal: 105,6 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Ralf:

Der Wind lässt nach, als uns der Schwachwindausläufer eines Azorenhochs einholt. Mit 3-4 kn schaukelt RE sich bei nördlichen Winden über die seitliche Dünung sanft voran. Zum Sonnenaufgang ist der Atlantik nach dem Gestampfe der letzten Tage fast spiegelglatt (für Atlantiverhältnisse jedenfalls).

Ein entspannter Morgen. Immerhin können wir mit Segeln immer noch 3-5 kn laufen, da lohnt sich der Motor noch nicht, solange wir Kurs halten können. Ich mache mir zuerst mal ein Sonntagsfrühstück. Ein gekochtes Ei hat schon einen Stich und geht über Bord. Sollen sich andere den Magen verderben.

Die ruhige Mittagszeit nutzen wir, um die Tür zum Salon auszuheben, um zu prüfen, warum sie beim Schieben hakt. Dann der Ruf: ‚Da bläst….‘ Ein Wal schwimmt auf Gegenkurs in etwa einem Kabel Abstand an RE vorbei. Wir können leider die Art nicht bestimmen und auch kein Foto machen, da es zu weit weg ist. Aber wir sehen die kleine, weit hinten sitzende Rückenfinne und die Atemfontäne, als er bläst. Es muss also eine große Bartenwalart gewesen sein. RE interessiert ihn nicht, und er verschwindet wieder unter Wasser, auf seiner ewigen Reise durch die Ozeane.

Chrischan repariert noch den vor ein paar Tagen gerissenen Steg im Trampolin. Dann schläft der Wind ganz ein. Beim Zuschalten des Backbord-Motors gibt es Alarm. Chrischan sieht im Motorenraum nach – zum Glück nur ein bekannter Leckalarm. Wir können den Motor starten. Die Fock wird eingerollt, das Groß wird zur Unterstützung stehen gelassen.

Ein ruhiger Sonntagnachmittag folgt. Die letzten frisch in der Schale gerösteten Erdnüsse werden auf dem Achterdeck in der Sonne vertilgt. Ab jetzt gibt es nur noch die aus der Dose. Um die letzten 12 Eier aus dem Lagerort Bilge nicht verkommen zu lassen, macht Chrischan abends Omelette mit Reis-Salat und Sprossen, und bereitet einen Teig für einen Apfelkuchen vor. Auch die letzten vier Äpfel müssen verbraucht werden. Nach fast vier Wochen in See, müssen jetzt Konserven, Sachen aus dem Tiefkühlschrank und langhaltende Trockennahrung zum Zuge kommen. Aber Chrischan hat auch stets ein paar Sprossen in der Anzucht.

Zu den Bildern:
RE ist inzwischen fein eingesalzen. Gut – ohne Pökelsalz (Nitrit…) Aber auf der Fensterscheibe ist ein Wischer gut zu sehen…