Mittagsposition: 31° 45.08 N, 080° 56.32 W, Etmal: 107,7 sm.
Der Tag beginnt mit der Mitternachtsposition. Und dann wolle ich mich hinlegen. Hatte ich schon um 21 Uhr das erste Mal getan. Aber war nicht zur Ruhe gekommen. Nun endlich! Aber das mag ein Frachter nicht. Läuft im Fahrwasser nach Brunswick ein. Und RE quert das Fahrwasser. Also – werfe ich den Motor an und gebe Gas. Damit ich eindeutig vor ihm durchgehe.
Klappt auch prima. Nach einer halben Stunde bin ich aus dem Fahrwasser raus und die „Viking Brasilia“ geht hinter mir durch. Nun endlich!
Doch das Großsegel knallt von einer Seite auf die andere. Ok – wirklich knallen kann es nicht, denn ich habe eine „Baumbremse“ fest gemacht. Aber RE läuft aus dem Ruder, wenn das Groß zur falschen Seite steht. Dann hab ich die Nase voll und beschließe: Mit Reff 1,5 (also nicht ganz Reff 2 rein) wird RE bei dem Wind auch noch laufen. Also – reffen. Am Ende ist es gleich 1 Uhr. Nun endlich!
Doch – im Norden hat Brunswick ein weiteres Fahrwasser. Das quere ich demnächst. Und klar – da läuft ein anderer Frachter aus. Wieder ein CPA unter 0.3 sm. Also – wieder Motor an und Gas geben. Die „Liberty Peace“ geht gut klar hinter mir durch. Und die Uhr zeigt 2:30 an. Nun endlich! ???
Nein – in den nächsten 2 Stunden kommen mit – klar, CPA unter 0,5 sm – zwei Schlepper entgegen. Dann endlich (!) komme ich dazu, ein wenig zu schlafen. Und – ich schlafe schnell ein!
Bei der Mittagsposition merke ich auf: Nicht weit entfernt, gerade mal 20 Meilen weg, ist schon eine. Datum: 27.02.2025! Heute vor einem Jahr war ich quasi auch hier! Und dann komme ich ins Nachdenken: Meinen ersten 27.02. habe ich 1979 irgendwo auf dem Atlantik verbracht. Auf dem Weg von Sierra Leone nach Trinidad. Damals habe ich mich in die Karibik verliebt. Und letztes Jahr waren wir auch auf dem Weg nach Norden. Vater war gestorben und wir mussten „nach Hause“. Dieses Jahr treibt es mich nun „nach Hause“. Wird der letzte Geburtstag auf dem Atlantik sein…
Am frühen Nachmittag lässt der Wind so nach, dass ich den Motor an mache. Und bald darauf laufe ich in den Little Ogeechee River (netter Name!) ein. Da hab ich mir für den Gegenwind heute Nacht ein geschütztes Plätzchen gesucht. Nun – hübsch ist anders. Aber selbst wenn der Wind stärker werden sollte… Wurde aber nicht.
Ankerbier. Und zur Feier des Tages noch eins.
Und ich hatte viele, nette Anrufe! Danke! Das war schön! Und nun ist es in D nach Mitternacht. Ich halte noch bis zu meinem 21 Uhr durch. Dann endlich schlafen – lange schlafen. In einer schön warmen Koje! Herrlich! Gute Nacht!