Mittagsposition: Köhlbrand, Hamburg, auf dem Weg von links oben (Yachthafen Hamburg, Wedel) nach rechts unten (Yachthafen Harburg).
Während ich in Ruhe seeklar mache holt Michèle Gesa ab. Mit einiger Verwirrung kommen die beiden noch rechtzeitig zur Abfahrt an. Kurze Einweisung und dann geht es los. Es ist nett, die Fahrt nicht alleine zu mache. Denn um in der Zeit am Abend hin zu kommen, fährt Michèle auf dem Landweg den Wagen rüber.
Das Ablegen und Auslaufen gibt es wieder als Slapstick-Filmchen unten.
Die Fahrt elbauf beginnt bei strahlendem Sonnenschein. Ich werde mehrfach ermahnt, das nicht zu lauf festzustellen. Und richtig: Höhe Landungsbrücken ist es dann doch recht grau! Und wir werden erwischt! Marc (Dank für die Fotos) schreibt:
„was macht man, wenn man sonntags an Bord ist und es wie aus Eimern schüttet? Und einem die Langeweile auf den Kopf fällt und wenn man dann auch noch denkt, dass RE ja sicher in Wedel liegt?
Man schaut auf die Homepage und entdeckt mit Vergnügen das sich RE ja doch wieder bewegt, wenn auch diesmal nur von Wedel nach Harburg.
Ich konnte es nicht lassen und habe wieder mal ein paar Photos von RE gemacht über die vorhandenen Elbe Kameras.
Wie klein RE wirkt neben so einem Frachter oder auch dem Dreimaster!“
Danke, Marc! Die drei Bilder von RE sind Spitze!
Der nächste Dank geht dann an Gesa, die fleißig die Fahrt fotodokumentiert. (Ob ich heute an Fotos gedacht hätte?) Denn die Fahrt ist richtig schön. Recht kräftiger Wind weht von achtern und fast segeln wir. Die erste Stunde drückt auch noch der Strom mit. So geht es an Schulau vorbei, Rissen und Blankenese an Backbord sind bei solchen Wetter traumhaft anzuschauen. Dann beginnt an Steuerbord das (neue) Gelände von Airbus. Ein Drteimaster kommt uns entgegen. Fähren umzingeln uns, aber nötigen uns nicht zum Ausweichen: Angenehm.
Dann folgt die Abzweigung in den Köhlbrand. Vor uns die Brücke. Oft werde ich nicht mehr drunter her fahren: Sie soll in den nächsten Jahren abgerissen werden. Wenn nur die Pläne für den Ersatz fertig wären….
Hier kommt der Wind von der Seite und bremst. Auch der Strom geht nun gegenan. Doch die Zeitplanung stimmt. So rufe ich die Kattwyk-Brücke an. Klar – um 12:30 lasse ich Euch durch. Wie hoch er denn die Brücke heben soll? 20 Minuten nach 12 sind wir in Position und schon bald bewegt sich die Brücke nach oben. Bleibt dann in der Mitte stehen. Vorsichtshalber rufe ich den Brückenwärter auf Kanal 13 an. Nein – alles klar. Die Brücke steht auf 28 Meter. Und er freut sich: Ja – das sieht wohl niedriger aus, aber wir sollen nur fahren.
Um 12:29 haben wir die Brücke passiert. Von Michèle kommt die Nachricht, dass sie im Elbtunnel fest steckt. Doch auch das funktioniert am Ende auf den Punkt. Kaum biegen wir auf die Schleuse ein, steht sie auf dem Tor. Nur auf’s Gelände will sie der Schleusenwärter nicht lassen. Während er mit uns ganz freundlich ist, wird sie zurück gewiesen: Keine Schwimmweste an! So geht das nicht. Ich schnappe mir also eine Schwimmweste. Denke dann noch dran, mir auch eine umzuwerfen. Denn was sagt der Chefe da oben, wenn ich Michèle eine Schwimmweste bringe, aber selbst keine an habe???
Kaum ist Michèle an Bord, geht auch das Tor auf. Schnell noch bei Hermann Friedemann anrufen. War so verabredet: Wenn das Tor aufgeht, dann passen alle Zeiten.
Es geht einmal um die Ecke und dann kommt der spannende Teil: Kräftiger Wind, Böen sind angesagt bis 35 kn. Doch hier im Überwinterungshafen steht ein großes Gebäude genau im Westen und „bremst“. Fast friedlich und genau in unsere Einfahrt weht es. Und nach Nachfrage vor ein paar Tagen habe ich Nachricht von Hermann: Die Einfahrt ist 10 m breit. Passt also gut.
Gesa steht Steuerbord und meldet den Abstand nach rechts. Links kann ich selbst gut sehen. Michèle steht bereit wie geübt, um die erste Spring um den Pfahl zu schlingen. Klappt prima. Und mit dieser Spring kann ich RE in die Box eindrehen. Auf dem Steg hat Hermann noch 2 weitere Helfer. Ein wenig hin und her und RE ist sicher vertäut. Großes Durchatmen! Angekommen!
Einen kleinen Schwatz machen wir dann auf der Terrasse, denn inzwischen prasselt der Regen! Auch das hat auf die Minute geklappt! Wahnsinn! Die nächsten Stunden gehen dann mit Kaffeepause, Leinen und Fender nachjustieren und letztem Durchgang ins Land. Gesa zur nächsten S-Bahn. Die letzten Körbe ins Auto. Das ist nun mehr als proppevoll. Einen dicken Rucksack muss der Beifahrer zwischen die Beine nehmen. Hinten ist überhaupt kein Platz mehr…
Und so sage ich mal wieder: Tschüß RE! Im Oktober werde ich noch mal vorbei kommen und alles winterfest machen. Bis dahin gibt es nur Bilder von den Überwachungskameras und Meldungen von der Energie-Zentrale.