2026 08 07 Endlich wieder Ost, aber unruhig

Mittagsposition: 49° 11.92 N, 021° 23.31 W, Etmal: 87,3 sm.

Mittagspositionen

Aktueller Standort mit dem zurückgelegten „Pfad“.

Das Etmal ist heute gering, da wir ja eine ordentliche Ecke gefahren sind. Allein seit Mitternacht haben wir über 67 Meilen „gemacht“! Und Mittag bis Mitternacht haben wir sicher auch so viel geschafft. Ralf:

Mitternacht können wir endlich wieder nach Osten drehen. Dafür erwischt uns dann auch der Ausläufer eines Starkwindgebietes, der sich über den Tag mit 6-7 Bft und 3-4 m Dünung und Windsee präsentiert. Festhalten ist angesagt. Chrischan meint ja, dass man es in den kleinen Videos nicht so wie in der Realität sieht, insbesondere wenn man es noch nicht selbst in Realität erlebt hat. Dazu fällt mir spontan eine kleine Geschichte ein.

Manöver in der Deutschen Bucht. Die Schnellboote und Minensucher gehen raus, um festzustellen, was eigentlich alle schon vorher wussten, Wetter und Seegang lassen ein Arbeiten nicht zu. Also verziehen sie sich auf Schillig Reede unter Landabdeckung. Ein Admiral im Flottenkommando mokiert sich darüber. Wieso zu hohe Wellen und zu viel Wind. Er sei ja schließlich vor 2 Stunden noch über die Deutsche Bucht geflogen, und das sah gar nicht so schlimm aus…… (na ja, aus 3000 m Höhe).

Den ganzen Tag geht das so weiter. Jede Tätigkeit wird zur Herausforderung. Man hat nicht genug Hände, da man sich ja auch noch festhalten muss. RE stampft, rollt, schlingert. Bei jedem Stampfen, wenn der Bug in die Welle taucht wird sie abgebremst. Zum Glück haben die Schiffsbauer daran gedacht, genug Ecken einzuplanen, in denen man sich mit dem Körper verkeilen kann, wenn man beide Hände braucht. Manchmal ist Beengtheit doch für etwas gut.

Am Abend verzichten wir auf rutschende und überschwappende Töpfe auf dem Herd. Es gibt Reste und Chinagemüse aus der Tiefkühlung. Ein schöner Sonnenuntergang versöhnt uns. Für die unverbesserlichen Zweifler: Jede Woge des Ozeans und jeder Sonnenauf- oder Sonnenuntergang ist anders, und nie langweilig, langweilig, langweilig.

Ralfs zweiter Versuch, mehr Drama!

© 2020 C. Fuhrmann