Von Nassau nach Highbourne Cay.
Heute berichtet wieder Claudia:
Der Morgen beginnt mit einem Rundumblick. Das Ankerfeld ist nach dem Starkwind vollständig, alle sind noch am Platz, alle Anker haben gehalten. Der heftige Wind hat zwar nachgelassen, aber noch weht es sehr kühl übers´s Deck. Die Sonne lugt zwischen weißen Wölkchen vom blauen Himmel herunter.
Nach dem Frühstück geht es nochmal zum Beutezug in den Supermarkt. Leute, denen wir begegnen, sind eingemummelt in Kapuzen-Anoraks. Der so runter gekühlte Markt scheint uns heute zum wärmenden Ort geworden zu sein, so kalt ist es außerhalb.
Beim Anker-Auf-Manöver empfinden wir die gefühlte Temperatur so gegen 0° gehend. Als wir dann endlich in unseren gewünschten Kurs eindrehen und mit dem Wind fahren, spüre ich meine Fingerspitzen nicht mehr. Wir holen unsere Reisekleidung raus und hocken mit Mütze, Handschuhen, Wollsocken in eine Decke gewickelt im Windschatten des Deckaufbaus. Erinnert uns irgendwie an unsere Ostseesegelzeit!
Immerhin - die Sonne scheint, lässt das Meer leuchten. Wir sind in Rauschefahrt, RE fliegt vor dem Wind mit Schmetterlingsbesegelung. Schnell werden die Hochhäuser von Nassau hinter uns kleiner. 6...7...8 Knoten… Unser Geschwindigkeits-Tagesrekord liegt bei 11,9 Knoten. Die achterlichen Wellen werden merklich höher, gekrönt von weißen Schaumkämmen. Die Sonne verkriecht sich hinter einer Wolke und plötzlich hat sogar das Wasser einen grau-grünen Ostsee-Farbton.
Dessen ungeachtet, erreichen wir gut gelaunt die Inselkette der Exumas mit ihren über 360 Inseln und Inselchen. Chrischan hat als Ankerplatz Highbourne Cay gewählt. Bei einem „Ankommer“ bedenken wir auch Rasmus mit einem Opferschluck und berichten telefonisch Michèle von unserer heutigen Überfahrt.
Ein herrlicher Sonnenuntergang beendet einen wunderschönen Segeltag in der Karibik.