2026 01 30 Piraten von Nassau

Vor Anker: Nassau Ost, vor Fort Montagu.

Am Morgen erledige ich einige Bordarbeiten. Aber viel besser erzählt dann Claudia:

Wie jeden Morgen wischt Chrischan meine eigene Faulheit mit dem Ausruf. „Frühsport!“ weg. Sportlich geht der Tag für die Herren an Bord weiter. Handball! Allerdings nur als Zuschauer. Spannung, Jubel, Entsetzten – und wieder Jubel! Die deutsche Mannschaft hat es ins Europa-Finale geschafft.

Nach dieser Aufregung tut eine Siesta gut. Während dann unser Hinkebeinchen als Smutje an Bord bleibt, machen Chrischan und ich einen Spaziergang zur Downtown von Nassau. Unser Ziel: die Piraten von Nassau.

Dereinst im Goldenen Zeitalter der Piraterie lebten sie hier in Nassau in einer Republik. Raue Gesellen aus allen Teilen der Welt fuhren von ihrem Lager aus, um Handelsschiffe in der Karibik zu jagen und zu entern. Dennoch lebten sie nach ziemlich strengen, selbst auferlegten Regeln. Verstöße wurden mit Aussetzten, oder Tod bestraft. Geregelt waren aber auch die Wahl des Kapitäns und dessen Abwahl, der Anteil an der Beute, Entschädigung bei Verletzungen.

All das lernten wir im Piratenmuseum – und auch, wie die Piratenkapitäne nach Ende des Goldenen Zeitalters ihren Tod fanden. Hängen, köpfen, teeren und federn.

Nach der sehr bildlich dargestellten Piratenwelt tauchen wir in die Welt der Kreuzfahrer, die nun zuhauf Nassau entern. „Nur“ fünf Kreuzfahrtriesen liegen heute an der Pier, an der wir flugs vorbei in Richtung RE eilen, wo schon Friedrich mit einer dampfenden Edener Kartoffelsuppe auf uns wartet.

Piratenmäßig verspielen wir den Abend an Bord mit Mexican Train. Regelgemäß spielen wir nicht um Geld – wir wollen ja nicht vom Skipper ausgesetzt werden ;-)

© 2020 C. Fuhrmann