2022 04 20 Abfahrt

Position: Immer noch vor Marigot.

Schnell noch …. Schon bei dem Anfang ist wohl nicht nur Michèle klar, dass es nichts wird mit der Abfahrt. Also zumindest nicht mit dem geplanten Anker-Auf um 10:00 Uhr.

Ich wache früh auf um 04.20 Uhr. Zu früh, entscheide ich. Nur schlafe ich nicht mehr ein. Also, dann hoch. Letzte Dinge im Internet erledigen. Letzte Bestellungen auslösen, bezahlen, wer Vorkasse verlangt. Langsam das Boot hochseeklar machen. Da wird dann zusätzlich zur notwendigen seemännischen auch die gesamte Sicherheits- und Rettungsausrüstung klar gelegt. Also Beispiel: Seemännisch, da kommt die Fernbedienung für den Anker an den Steuerstand. Sicherheit: Auch der Fern-Klingelknopf wird dazu gelegt. Wenn eine Situation so eskaliert, dass der am Steuerstand nicht mehr runter rennen kann, den anderen wecken, dann eben wird der„ferngesteuert“ hoch geholt.

Ja – und dann möchte ich ja noch den Watermaker wieder in Betrieb bekommen. Hatte gestern noch die Idee, die Gardena-Pumpe als Vorpumpe einzusetzten. Im ersten Moment: Prima! Die bringt ordentlichen Durchfluss! Hochdruckpumpe an und als erstes Spülwasser für den Watermaker selbst „produziert“. Doch nach wenigen Minuten bricht die Hochdruckpumpe wieder ab. Sch…. Liegt der Fehler an der!!?? Notplan: Ich hatte ja beim Austausch der letzten Hochdruck-Pumpe in Las Palmas sofort wieder einen Ersatz-Kärcher K6 gekauft. Her damit. Hochdruck-Pumpe austauschen! Doch was ist das? Der „neue“ Kärcher K6 hat einen anderen Hochdruck-Anschluss! What a fu…. Wozu kaufe ich den gleichen Typ. Da denke ich doch, das ist austauschbar! Nix da! Auf der Niederdruck-Seite, da könnte ich ja noch was zusammen frickeln. Aber bei 60 bar, das muss sitzen. Sch…. (Ich habe den Tag ziemlich viel geflucht!)

Plan C: Wir haben ja noch einen (ziemlich alten) Kärcher für den Bootsputz an Bord. Ist zwar ne Ecke größer, aber Hauptsache, die Anschlüsse….
Den also auch noch zerlegt. Und was soll ich sagen: Der hat eine dritte Art von Anschluss. Michèle lacht – nein, sie lacht nicht wirklich: Eh – das ist ja auch kein Kärcher, sondern ein WorkZone! Jetzt ällt es auch mir wieder ein: Hatte ich bei Lidl gekauft. Noch mehr Sch…. Wieder zusammen gebaut, aber vorsichtshalber nicht getestet. Das fehlt mir, dass ich beim Schrauben den auch noch kaputt gemacht habe!
Einen Plan D gibt es nicht, also nur noch die Alternative: Wir fahren noch mal zur Tankstelle und nehmen dort Wasser bis zum Überlauf. Dann haben wir 600 Liter, bis zu den Bermudas überhaupt kein Problem! Zu zweit kommen wir damit knapp drei Wochen hin, wenn wir verschwenderisch umgehen, duschen etc. Sparsam schaffen wir 7 Wochen, ohne uns wesentlich einzuschränken. Und Bermudas – Azoren zu dritt müssen wir dann etwas aufpassen.

Tanken klappt prima, beim Auslaufen „halten“ wir noch kurz bei Yoshi: Der hat den Diesel in seinen Schwarzwasser-Tank getan. Nun – nun dann wieder raus und dann ein wenig in seinen Diesel-Tank. Statt 25,- € hat er nun 100,- € ausgegeben. Und will nun den Resttag erst mal „verdauen“. Hat den Anker gleich nach dem Auslaufen von der Tankstelle geworfen. Und wir haben Übung: Ist nun das dritte oder vierte Mal, dass wir uns verabschieden mit den Worten: Wir sehen uns auf den Azoren!

Wir setzen Segel – gleich in Reff 2 – und Kurs Nord. Na ja – erst mal auch ein wenig West mit im Kuzrs, wir müssen ja noch an Anguilla vorbei. Und ich bekomme herrlichstes Karibik-Segelwetter für die letzten Meilen in der selben. Nach den unbedingt notwendigen Arbeiten nach Lossegeln wie beispielsweise Fender verstauen mache ich mir eine Tasse Tee und gehe 10 Minuten segeln: Sprich, ich setze mich in den Steuerstand und mache nichts. Schaue nur aufs Wasser, rechts zieht Anguilla und dann Dog Island an mir vorbei. Aus den 10 Minuten werden zweieinhalb Stunden. Zwischendurch gehen wir auf Reff 1. Herrlich! Hab ich mir verdient! Finde ich.
Zum Sunset haben wir die Wendemarke erreicht. Kurs 35° nach rechts ändern und es wird ruppiger. Die Wellen werden anders angeschnitten, es schaukelt und rumst. So fängt der Atlantik an! Zum Abendessen gibt es Nudelsalat. Wollte ich schon seit Tagen machen, wurde immer wieder verschoben. Anschließend verschwinde ich ins Bett.

Tschüß Karibik!

 

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