2022 04 12 Alarm in der Morgenstunde

Gegen 05:00 Uhr plärrt die Anker-App. Meist ist eine GPS-Ungenauigkeit Schuld an diesem Alarm. Aber nun – ich bin wach, also kontrolliere ich alles. Und die App zeigt mehr als 150 Meter Abdrift an! Oh weh! Vor uns ein Bootchen mit Rot-Weiß-Rot. Und die schleppen uns ab. Wohl nicht ganz absichtlich. Denn sie leuchten an Ihrer Seite runter und da sehe ich auch unsere Ankerboje. Also nehme ich unsere 5.000 Lumen-Leuchte und strahle die erst mal an, dass die wissen, sie stehen unter Beobachtung. Michèle übersetzt mir später, dass sie nach einem Messer rufen, aber anscheinend die Boje nicht so hoch bekommen, dass sie unsere Leine durchschneiden können. Einer von Ihnen springt dann in Unterhose über Bord und klariert die Leinen im Wasser. Kaum sind sie frei, drehen sie ab uns dampfen davon. Es ist die Le M…., ein Fischerboot oder ein kleiner Tonnenleger, den ich gestern in der Marina schon gesehen habe. Keine Entschuldigung, keine Nachfrage, ob wir klar kommen….

Wir liegen nun recht dicht vor der Hafeneinfahrt. Gerade da, wo die Fähren entlang brettern. Da will ich nicht liegen bleiben. Also – Grundgewicht hoch. Dann Anker auf und zurück zu unserem alten Platz. Eindrehen, gegen den Wind, Anker fallen lassen. Auf Wunsch von Michèle nun ohne Ankerboje. Auslaufen der Kette, Eindampfen, Hahnepot setzen, Lichter aus. Neben dem Decksfluter und den Fahrtlichtern machen wir auch gleich noch das Ankerlicht aus. Es ist inzwischen hell geworden. Rundblick: Wir liegen genau wieder auf unserer Stelle.

Im Plot vermesse ich dann: 250 bis 270 Meter hatten die uns verschleppt.
Und nun kommt das Beste: Yoshi war früh aufgewacht und hat einen großen Schreck bekommen: Wir waren nicht mehr da! Und ein (blöder) Katamaran lief auf unseren Ankerplatz zu. Den hat er erst mal fotografiert und das Ankermanöver gefilmt. Daher das Bildmaterial. Und das hat er uns dann zur Verfügung gestellt. Nachdem wir ihm unser Heck gezeigt hatten, sieht er als Erkennungsmerkmal die blauen Schaumstoff-Schoner, die an unserer Heckreling das Scheuern des Beibootes verhindern. Nun – da wir wieder da sind, beschließt er, erst später nachzufragen, was da in der Nacht passiert ist!

Wir gehen noch mal in die Koje. Es dauert zwar nach der Aufregung, bis wir wieder eingeschlafen sind, aber dann wird es 09:00 Uhr, bis ich aufwache…

Auf dem Screenshot unserer Navigation sieht man, die haben uns vehement ca. 250 Meter verschleppt. Und dann sind wir wieder langsam auf unseren Platz zurück….

Yoshi fängt die letzten Sekunden unseres „Ankeralarms“ ein: Wieder auf Position, man hört die Kette gut fallen.

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